Das US-Justizministerium und das FBI haben am 28. Juni 2010 gegen den russischen Auslandsgeheimdienst Sluschba Wneschnej Raswedki (SWR) Spionagevorwürfe erhoben. Den mittlerweile elf Verhafteten wirft das FBI offenbar langjährige Spionage zugunsten des SWR sowie Geldwäsche vor.
Die Verhaftungen lösten heftige Reaktionen von russischer Seite aus. Der Sprecher des russischen Außenamts, Andrej Nesterenko, bezeichnete den von den US-Strafverfolgungsbehörden erhobenen Vorwurf als „unbegründet“ und die Behörden verfolgten „keine guten Ziele“. Russlands Außenminister Sergei Lawrow sagte während eines Besuchs in Israel: „Die Angelegenheit wurde uns nicht erklärt, ich hoffe, sie erklären sie uns.“ Lawrow nannte den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Vorwürfe als „besonders anmutig“ und spielte damit auf die erst vor wenigen Tage bei einem Treffen zwischen Barack Obama und Dmitri Medwedew demonstrativ zur Schau gestellte Wiederannäherung der beiden Staaten.
Politische Kommentatoren sehen durch die Affäre das russisch-amerikanische Verhältnis nachhaltig gefährdet.